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22 Nov, 2018 / Lebensmittelindustrie allgemein

Qualitätsmanagement

Am 21.11.18 haben sich die Qualitätsmanagement Profis der Lebensmittelindustrie in Butzbach bei der Lebensmitteltechnik-Deutschland von Sascha Andrawas getroffen. QM-Meetup! Tolle Örtlichkeit, tolle Menschen, klasse Input. Wir haben über die Neuerungen IFS Food 6.1 gesprochen (Inge Sehler, Sascha Andrawas), die (un)heimliche Macht der Qualitätspolitik wurde beleuchtet (Florian Frankl, Milei), Lean - just in time production vs Qualität (Marius Post, Griesson de Beukelaer), neue IT Lösungen, Vollausstattungskontrolle sowie überhaupt der Meilenstein IFS (Einführen und Halten) waren die Themen des ersten QM-Meetups der Lebensmitteltechnik Deutschland. Klasse gemacht, chapeau :-)!! Wir von RAU | INTERIM waren dabei und die liebe Kollegin von foodjobs.de, Bianca Burmester.

An dieser Stelle seien ein paar wichtige Worte geschrieben, um die Neuerungen des am 01.07.18 in Kraft getretenen Standards IFS Food 6.1 im Unterschied zum alten IFS Food 6.0 darzustellen: Es sind im Wesentlichen vier. Food Fraud, unangekündigte Audits, Allergenmanagement sowie Integrity Program.

Food Fraud: hier geht es im Klartext um Lebensmittelbetrug, wo durch Falschdarstellung der Identität, des Inhaltes, der Zutat oder des Produktes der Weg der Wahrheit verlassen wird, um mit krimineller Energie den eigenen Gewinn mit unlauteren Mitteln zu maximieren. Food Fraud ist neu im IFS 6.1 und wurde beim Vorgängerstandard in dieser Form nicht behandelt. Es kommt so zu einer engmaschigeren Überwachung, der Standard verlangt u.a. eine Risikobetrachtung, eine Gefahrenanalyse, eine Schwachstellenidentifikation und die Klarheit der Vorgehensweise bei Abweichungen. Das ist aber eigentlich alles nichts Neues, denn insbesondere die Risikobetrachtung und Gefahrenanalyse ist im Unternehmen durch das HACCP System ja bereits vorhanden. Dies gilt es aber zwingend anzupassen und für IFS Food 6.1. zu erstellen. Die gute Nachricht: es gibt eine einjährige Schon- und Übergangsfrist ohne Major-Bewertung bei den Audits bis Mitte 2019. Also: Hausaufgaben machen, aber nicht nervös werden!

Unangekündigte Audits: Im Wesentlichen waren diese bisher freiwillig im Standard IFS Food 6.0 und wenn Freiwilligkeit vom Kunden gewünscht wurde, wurde das auf dem Zertifikat vermerkt. Diese Freiwilligkeit ist Geschichte, seit dem 01.07.18 sind unangekündigte Audits verpflichtend. Das bedeutet (unter der Prämisse, dass mit der Zertifizierungsstelle ein Dreijahresvertrag geschlossen wurde, was die Regel ist), dass eines der drei kommenden Audits ein Unangekündigtes sein wird. Das heißt, dass der Auditor vor dem Audit weder Kontakt aufnehmen wird, noch vorab einen Auditplan schicken wird. Nein. Er steht im Auditzeitraum vor der Pforte und dann muss er innerhalb von 30 Minuten in der Produktion sein können. Kein Versteckspiel. Sollte diese Zeit vom Unternehmen ganz bewusst und vorsätzlich verzögert und nicht eingehalten werden, wäre das für das kommende Audit sicher eher ungünstig. Sollte dem Auditor der Zutritt zur Produktion ganz verweigert werden, wäre innerhalb von zwei Tagen das Zertifikat obsolet und das stünde dann natürlich auch in der für jeden Kunden öffentlich zugänglichen IFS Datenbank. Insofern ist die Neuerung von unangekündigten Audits im IFS Standard 6.1 für all diejenigen unproblematisch, die die Kernprozesse in ihrem Unternehmen sicher beherrschen. Und für den Fall, dass manche Prozesse noch nicht vollumfänglich beherrscht werden: Now Is The Time!

Allergenmanagement: Dieser Bereich ist der breiten Öffentlichkeit möglicherweise nicht wirklich im Bewusstsein. Jährlich sterben in Deutschland ca. 100 Menschen an einem Allergenschock. Es gibt 14 verschiedene Allergene und 12 Zusatzstoffe, die auf dem Radar sind. Beim bisherigen IFS 6.0 ging es um die Minimierung von Kreuzkontaminationen und um die Beherrschung der Allerge und Zusatzstoffe. Die Prozesse waren sicher so sicher, wie es sicher ging. Mit dem IFS 6.1 müssen jetzt für alle Produkte mit kennzeichnungspflichtigen Allergenen zwingend Gefahrenanalysen vorhanden sein.

Integrity Program: Wie schon bisher im „alten“ Standard 6.0 geht es hier um die Sicherstellung der Qualität des IFS Standards insgesamt. Bisher durch Präventionsmaßnahmen, neu im IFS 6.1 auch durch ein implementiertes Beschwerdemanagement, durch Überwachung der IFS Qualitätssicherung und durch Sanktionsmöglichkeiten. Es gibt eine recht enge Überwachung und eine Beschwerdestelle bei der IFS GmbH.

Was das alles mit RAU INTERIM und Interim Management zu tun hat? Viel! Denn wir werden immer wieder für QM Profis angefragt, die bei IFS Zertifizierungen / IFS Rezertifizierungen / Majors und Zertifikatsverlust / QM-Strukturierungen / QM-Prozessverbesserungen etc. helfen sollen. Und wir können in der Regel mit den passenden Interim Managern helfen! QM Profis sind rar gesät, aber wir konnten bereits einige sehr erfolgreiche QM Projekte in der Foodindustrie begleiten. Weil wir wissen, wovon wir sprechen. Und weil wir die Top-Guns im Qualitätsmanagement gut kennen. Wir stehen für maßgenschneiderte Lösungen im Interim Management der Lebensmittelindustrie, zögern Sie nicht uns anzurufen, wir unterstützen gern!