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31 May, 2018 / Interim Markt / Neuigkeiten

Was heißt denn hier Werteorientierung?

Warum habe ich heute, am 31.05.2018, Fronleichnam und Feiertag in NRW, diesen Artikel auf der Terrasse mit Blick auf unsere zwei im Garten dösende Hunde geschrieben? Weil ich zuvor im Liegestuhl in der ZEIT von gestern (Nr. 23, Seite 6) „Die Rückkehr der Menschenfeindlichkeit“ von Harald Welzer gelesen habe. Und gedanklich über meine persönlichen Werte zu meinem beruflichen Tun und umgekehrt gekommen bin. Falls Sie durchhalten, am Ende dieses langen Artikels schließt sich der Kreis.

Wir von Rau Interim haben am 01.05.2018 unser dreijähriges Bestehen begangen. Für uns selbst und ohne Feierlichkeit. Und dies ist ein guter Anlass für einen kurzen nabelschauenden Rückblick. Wer sind wir? Wie treten wir auf? Was ist uns wichtig? Wofür stehen wir? Warum habe ich, Thomas Schulz, mich vor drei Jahren entschieden, gemeinsam mit Dr. Tim Rau die Firma Rau Interim zu gründen? Warum positionieren wir uns als Interim Management Provider, der sich – und das ist neu und einzigartig – ausschließlich um Interim Lösungen für die Lebensmittelindustrie kümmert? Warum sage ich, dass uns „Werte“ wichtig sind?

Diese Fragen werde ich in diesem Beitrag beantworten. Lesen Sie also nur weiter, wenn Sie das wirklich interessiert. Denn ich weiß, es gibt genug Ablenkungen und genug andere spannende Dinge, mit denen wir unsere als knapp empfundene Zeit verbringen können. Womit ich schon beim ersten entscheidenden Punkt bin. Priorisierung. Die stand ganz am Anfang. Was ist mir wichtig und wie möchte ich wertschöpfende und vielleicht sogar sinnstiftende Beiträge leisten? Idealerweise natürlich so, dass unten rechts in der Bilanz eine schwarze Zahl steht. Nicht um jeden Preis – denn der Zweck heiligt niemals die Mittel – sondern mit Spaß, Ergebnis und Mehrwert für alle Beteiligten. So bin ich zu unserer „Wertepostkarte“ gekommen. Ich vermute, dass diese Postkarte mittlerweile mehr als 1.000 Kontakte hatte und somit mehr oder weniger bewusst wahrgenommen wurde. Ich habe Substantive aufgeschrieben, die mir wichtig sind. Klar, diese Worte werden von jedem Individuum anders wahrgenommen und mit differierendem Inhalt gefüllt. Für das Wort „Verlässlichkeit“ gibt es sicherlich einen allgemeinen Grundkonsens, gleichwohl verbinden wir Menschen mit diesem Wert wohl Dutzende ganz persönliche Ausprägungen. Und das ist auch gut so. Solange der Grundkonsens klar ist und geteilt wird.

Mittlerweile habe ich mehr als 400 Interim Manager im persönlichen Gespräch bei uns im Kölner Büro kennen gelernt und versucht, mir in einem einstündigen prospektiven Interview ein Bild von dem Menschen und seinem „Produkt“ als Interim Manager zu machen. Diese Gespräche sind intensiv und fokussiert, um ergebnisorientiert in Kürze einen möglichst strukturierten, ehrlichen und umfassenden beiderseitigen Eindruck zu bekommen. Indem ich das Gehörte unmittelbar im Anschluss zusammenfasse und paraphrasiere, kann ich gemeinsam mit dem Manager überprüfen, ob ich alles richtig verstanden habe. Das ist bisher in 9,8 von 10 Fällen so gewesen. Das Ziel ist immer herauszufinden, welche Persönlichkeit vor mir steht und wie diese Persönlichkeit zu unseren Kunden passen kann. Glauben Sie mir, diese Gespräche sind anstrengend und aufwändig! Und zugleich super spannend und super aufschlussreich. Ruft mich dann ein Kunde mit einem konkreten Projektauftrag an, hatte ich bisher sehr oft passende Ideen, welche Manager fachlich UND persönlich zu dieser Aufgabe und zu diesem Kunden passen könnten. Denn Interim Lösungen sind immer Menschenlösungen. Das fachlich Geforderte können oftmals viele Manager. Aber das ist nur die Pflicht, die Kür liegt woanders. Nämlich im „Menschlichen“. In den Werten. In den Haltungen. Genau das wir haben in den letzten 3 Jahren deutlich gesehen: Unsere Projekte sind deshalb so erfolgreich (natürlich nicht immer, aber doch fast immer!), weil die Persönlichkeiten zusammen passen.

Hier hat sich mein Gefühl und meine Erfahrung als Personaler bestätigt, dass das „Persönliche“ entscheidet. Als junger Personalchef bei IKEA in Bremen (erst danach war ich 10 Jahre als Personalleiter in der Bayerischen Milchindustrie tätig) hatten wir schon Konsens, dass wir immer die Menschen einstellen, die persönlich besser zum Unternehmen passen. Das mag zwar eine Binsenweisheit sein, gehandelt wird oftmals dennoch anders. Uns war das Fachliche natürlich wichtig. Aber wenn wir zwischen zwei Menschen zu entscheiden hatten, war immer die persönliche Komponente entscheidend. Selbst wenn der Andere fachlich besser war, haben wir uns für den Einen entschieden (vorausgesetzt, die fachliche Basis war da), denn Fachkompetenz zu erwerben ist ein Leichtes. Persönlichkeitsveränderungen hingegen sind – egal was alle Coaches sagen – steinige Wege und enden allzu oft in einer Sackgasse.

Genau deshalb frage ich die Manager in den persönlichen Interviews immer nach „den Kernwerten Ihrer Persönlichkeit“. Nicht in Stärken gedacht! In Haltungen gedacht Um „Wertekongruenz“ zu erspüren, bzw. um „Werteklarheit“ zu erreichen. Die Manager müssen natürlich nicht alle Werte von Rau Interim teilen, das ist unmöglich. Aber ich erwarte Haltungsklarheit, um abschätzen zu können, wie die Haltung von Manager X zur Haltung und Unternehmensphilosophie vom Kunden Y passen könnte. Insofern ist natürlich eine möglichst große „Werteschnittmenge“ zwischen Manager und Rau Interim hilfreich, denn – und das ist entscheidend – jeder Provider hat die Kunden, die er „verdient“. Insofern ist die Gleichung einfach: wir von Rau Interim haben Kunden, die zu uns passen. Wenn wir dann Manager im Netzwerk haben, die zu uns passen, wird aus dem Dreiecksverhältnis ein geschlossener Kreis.

Als junger Rechtsreferendar hat einer der mich ausbildenden Rechtsanwälte genau dies einmal gesagt: „Jeder Anwalt hat die Mandanten, die zu ihm passen“. Dieser Satz ist vollumfänglich und ohne Einschränkung wahr und wahrhaftig. Die Persönlichkeit eines Kölner Strafverteidigers (ja, ich kann das beurteilen, ich war einmal als Nebenklagevertreter, d.h. „Opferanwalt“, wegen eines Tötungsdeliktes bei der großen Strafkammer am Landgericht Köln tätig) unterscheidet sich so sehr von einem Fachanwalt für Verwaltungsrecht, wie das Leben des Wetterwartes auf der Zugspitze von dem eines Bodenseefischers differiert. Die Bandbreiten der Arbeit von (den guten) Interim Management Providern mögen sich so stark nicht auffächern, gleichwohl ist es ein Unterschied, ob ich spitz nur für eine Branche auftrete, oder ob ich in möglichst vielen Branchen Kompetenz zeigen möchte. Ich bin davon überzeugt, dass für uns von Rau Interim die klare Fokussierung auf die Lebensmittelindustrie einer unser entscheidenden Erfolgsfaktoren ist. Und ich bin weiter davon überzeugt, dass diese fachliche Fokussierung allein nicht reichte und reines „window dressing“ wäre, wenn die persönliche Fokussierung im Sinne der hier beschriebenen Werteorientierung ausbliebe.

Daher will ich gern endlich beantworten, was denn die Kernwerte von Thomas Schulz für Rau Interim sind. „Verlässlichkeit, Transparenz, Effizienz“. Auf Augenhöhe in alle Richtungen. Das ist unser Anspruch im Berufsleben. Diese drei beruflichen Dinge haben sich in den letzten drei Jahren klar herauskristallisiert.

Und wenn Sie mit dem Lesen bis hierhin durchgehalten haben, will ich gern einerseits das o.g. mit Kunden- und Managerstimmen hinterlegen sowie zum Abschluss noch gern mit Zitaten hinterlegen, warum ich diesen Text heute geschrieben habe:

Wenn Sie mögen, lesen Sie hier gern die Stimmen von „unseren“ Managern. Die aus meiner Sicht „belegen“, dass unser Tun in Richtung der hochqualifizierten und teilweise hoch individuellen Manager von eben diesen wertgeschätzt wird und wir insofern in den letzten drei Jahren eine ordentliche Positionierung als Interim Management Provider mit Mehrwert für Interim Manager geschaffen haben. Vielleicht noch ergänzend zur Info, weil das scheinbar im Markt passiert (und mir gar nicht klar war, ich bin erst auf eine insinuierende Nachfrage darüber gestolpert): Alle Stimmen sind echt und so von den Kollegen gekommen. Keine Bots, keine Fakes, alles O-Ton, alles richtige Manager!

Wenn Sie mögen, lesen Sie hier gern einzelne Stimmen unserer Kunden, naturgemäß nicht Aller. Sie kennen die Zurückhaltung im Markt. Dito, alles O-Ton.

Warum habe ich heute, am 31.05.2018, Fronleichnam und Feiertag in NRW, diesen Artikel auf der Terrasse mit Blick auf unsere zwei im Garten dösende Hunde geschrieben? Weil ich zuvor im Liegestuhl in der ZEIT von gestern (Nr. 23, Seite 6) „Die Rückkehr der Menschenfeindlichkeit“ von Harald Welzer gelesen habe. Und gedanklich über meine persönlichen Werte zu meinem beruflichen Tun und umgekehrt gekommen bin.

Das Berufliche geht nicht ohne das Persönliche. Wir Menschen bringen immer unsere Haltungen mit ins berufliche Tun. Ist das Politische Privat, oder das Private Politisch? Haben politische Haltungen im beruflichen Umfeld etwa nichts verloren? Ich glaube schon. Mir geht es hier nicht um ein akademisches Proseminar, ich bin Anwalt, Personaler und Dienstleister, kein Soziologe. Mir geht es um „Freiheit, Toleranz und Wachheit“ –als Kernwerte meines privaten Tuns -, denn die verschlafene Ignoranz von Teilen unserer saturierten Gesellschaft birgt durchaus Scheinheiligkeiten und Gefahren. Ein schöner Kalenderspruch: „Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf“.

Etwas akademischer und doch so zutreffend ist der o.g. genannte Artikel von Herrn Welzer. Ausgehend von den Spree-Demonstrationen vom 27.05.2018 in Berlin. Ich empfehle ausdrücklich die Lektüre. Wenn es Ihnen wichtig ist, denn ich weiß, es gibt genug Ablenkungen und genug andere spannende Dinge, mit denen wir unsere als knapp empfundene Zeit verbringen können. Hier ein paar Zitate aus dem Artikel:

„Demokratien gehen nicht an zu vielen Feinden, sondern an zu wenigen Freunden und Verteidigerinnen zugrunde…….wenn die Demokratie angegriffen wird und man sich selbst als Demokrat versteht, sollte man sich auch selbst gemeint fühlen und die Sache persönlich nehmen……“

„Noch einmal: Wir haben keinen Mangel an Analyse, sondern an Engagement für die offene Gesellschaft. Das ist keine komplizierte Aufgabe. Es bedeutet für jeden und jede, im Job und im Privaten, im Freundeskreis und in der Familie, in der Straßenbahn und in sozialen Netzwerken für Menschenrechte und den Schutz von Minderheiten einzutreten, und für eine Gesellschaft, die beides garantiert. Und zwar, wenn es ganz alltäglich konkret wird und Menschen verächtlich gemacht werden. Das kann etwas unbequem sein, hat aber jetzt Vorrang vorm routinierten Beobachten, Analysieren und Kommentieren.“