Vertrieb und Social Media?
Ich frage mich oft, wie Unternehmen ihren Vertrieb gestalten. Und ich wundere mich zuweilen, wenn ich sehe, wie manche Marktbegleiter vertrieblich auftreten.
Wenn ich mich selbst beschreibe, sage ich immer, dass ich kein "Vertriebler" sei. Manche widersprechen vehement. Andere nicken und bestätigen mich darin, dass ich andere Wege versuche, um Sichtbarkeit herzustellen. Wir von RAU INTERIM sind jedenfalls weder bei Insta, noch bei Facebook, noch bei Twitter, noch bei TikTok, noch bei WhatsApp. Ich erlebe oft ungläubige Ausdrücke des Staunens, wenn ich darauf verweise, dass ich keinen Messenger Dienst nutze. Das tue ich nicht aus Datenschutzgründen, ich tue das, weil mich das Informationskonfetti unserer Zeit einerseits aufreibt und andererseits, weil ich mich für einen sehr verbindlichen und verlässlichen Dienstleister halte. Ich antworte ausnahmslos und immer auf jede Mail und ich rufe ausnahmslos und immer zurück, wenn ein roter verpasster Anruf auf meinem Telefon auftaucht.
Macht das jeder so? Leider nein. Halte ich es für richtig, so zu agieren? Natürlich nicht. Habe ich dafür Verständnis? In keinster Weise.
Und genau deshalb konzentriere ich mich auf zwei Kommunikationskanäle (nötigenfalls drei, wenn ich dort angefunkt werde): Mail und Telefon (IMessage, wenn es muss).
Und genau deshalb bin ich nicht auf den obigen Kanälen. Weil ich Verbindlichkeit von mir erwarte. Die kann ich so halten. Aber nicht bei jeder Messenger-Message. Also bin ich raus.
Also, wie geht Sichtbarkeit bei RAU INTERIM?
Ausschließlich über LinkedIn sowie über unsere Website. Reicht das? Für mich ja!
Und wie betreibt RAU INTERIM Netzwerkpflege / Vertrieb?
Da gilt es zweierlei zu differenzieren.
Wenn es einerseits um laufende Kundenprojekte in der Lebensmittelindustrie geht, halten wir Kontakt mit Manager und Kunde. Auf zwei Arten. Wir sind einerseits jederzeit im Hintergrund erreichbar bei Fragen / Anregungen / Unklarheiten. Und vor allem biete ich immer an, zum Projekt vor Ort zu kommen. Zum Besuch vor Ort im Werk / in der Zentrale. Zu einem gemeinsamen Essen. Mit Manager und Kunde. Zum Austausch. Zur Pflege der Beziehung. Denn Projekte sind nicht erfolgreich, weil der Manager fachlich gut ist. Das ist die conditione sine qua non, ohne diese Voraussetzung braucht das Projekt gar nicht erst zu beginnen. Projekte sind dann erfolgreich, wenn die perönliche Ebene harmoniert. Wenn mit Respekt, Klarheit und Anschlussfähigkeit (aller Seiten) miteinander gearbeitet wird.
Und bei jedem der mittlerweile vielzähligen Treffen / Essen in o.g. Runde hat jeder Teilnehmer immer einen super klaren Blick auf das vorliegende Kunden-Manager-Provider-Beziehungsverhältnis gewonnen. Es war immer hilfreich, fast immer sehr gut und ohne Ausnahme eine Bereicherung. Mit dem Nebeneffekt, dass die beteiligten Menschen eine Idee von der wirklichen Persönlichkeit der Gegenüber bekommen. Sie verstehen Motivationen, Haltungen, Werte und Persönlichkeiten.
So geschehen letztmals in der Woche ab dem 04.05.2026, ich war auf "Bayern-Reise" mit Besuchen bei drei Kunden. Allgäu, München, Chiemgau. Käse, Brot, Wasser. Das waren allesamt spannende und bereichernde Begegnungen mit viel Lerneffekt auf allen Seiten. Für die Menschen untereinander. Und für meine eigene Fachkompetenz sowohl zu den von mir vermittelten Interim Rollen (COO, CTO, COO) wie auch zu den branchentypischen Herausforderungen in der Produktion und in den Abläufen in der Milch-Backwaren- und Getränkeindustrie. Spannend. Dafür mache ich das.
Und was heißt das für Marktdurchdringung und Vertrieb? Menschen kaufen bei Menschen. Sie kaufen nicht bei Portalen. Und wenn ein Dienstleistungsprovider wie RAU INTERIM "fühlbar" ist mit seinen Werten und mit seinem Angebot, dann kann man sich entscheiden, wie man das findet. Man kann nach exzellenten Interim Management Lösungen fragen. Oder man kann es lassen.
Wenn es andererseits darum geht, RAU INTERIM bei potenziellen Kunden bekannt zu machen, dann sind Messen und Veranstaltungen unsere Wahl der Mittel. Nein, wir senden keine Mailings an eine riesige Kundenliste. Diese Mailings landen im Müll, nerven und sind kontraproduktiv. Wir gehen auf Messen. Wie soeben im Mai 2026 zum dritten mal auf die PLMA in Amsterdam. Das ist bockanstrengend, weil es mit super vielen Gesprächen und einer dicken Konzentration von Kontakten verbunden ist. Das ist aber auch superangenehm, weil fast alle Kontakte nett, anregend und bereichernd sind. Ich treffe immer viele Menschen, ich setze einen Akzent zu meiner Arbeit, ich gebe eine Möglichkeit in den Raum und dann gehe ich wieder. Ich gehe niemandem auf die Nerven und ich werfe fast nie ungefragt meine Visitenkarte auf den Tisch.
Das funktioniert, setzt einen Impuls und macht Spaß. Und ist erfolgreich. Weil es authentisch ist und weil es meine Art von "Vertrieb" ist.
Um auf die obige Frage zurückzukommen. Wenn Vertrieb das ist, was ich hier beschrieben habe, ja, dann bin ich ein "Vertriebler". :-)
Frohes Schaffen in die Runde......